Die E-Zigarette und wie sie funktioniert

BVRA - Die E-Zigarette und wie sie funktioniert

Der Pionier der Suchtforschung Prof. Dr. Michael Russell stellte bereits in den 1960ern fest: „Die Menschen rauchen wegen dem Nikotin, aber sterben am Teer.“

Das war auch der Ansatz des chinesischen Apothekers Hon Lik, der Anfang dieses Jahrtausends einen Weg suchte, um seinem kettenrauchenden Vater zu helfen. Dadurch stieß er die Entwicklung der heute gebräuchliche E-Zigarette an.

Das Nikotin wird in einer Flüssigkeit gelöst und an einen Heizdraht geleitet, der sie verdampft. Da somit keine Verbrennung stattfindet, entstehen weit weniger gesundheitsschädliche Stoffe, die der Konsument inhaliert. Daher spricht man nicht vom „Rauchen“, sondern vom „Dampfen“.

Die englische Gesundheitsbehörde Public Health England kam bereits 2015 zu dem Schluss, dass die E-Zigarette mindestens 95 Prozent weniger schädlich als die Tabakzigarette ist. Anfang 2018 bezifferten die Forscher das Krebsrisiko um mindestens 99,5 Prozent geringer.

Es geht also nicht um ein bestimmtes Produkt, sondern um eine Technologie. Um einen neuen Weg des Nikotinkonsums. Und genau dieser wird in Abwesenheit von Tabak von vielen Forschern schon seit vielen Jahren mit dem Konsumrisiko von Koffein verglichen.

Die Entwicklung des Marktes ist rasant. Inzwischen sind tausende verschiedener Geräte auf dem Markt, welche die gesamte Spanne von der Tabakzigarette über die Pfeife bis zur Shisha abbilden. Diese werden nicht, wie häufig dargestellt, von Tabakkonzernen produziert. Diese nehmen bis heute nur einen geringen Bruchteil des Marktes in Europa ein. Tatsächlich besteht der Markt in überwältigender Mehrheit aus mittelständigen Unternehmen.

Die verdampften Flüssigkeiten bestehen aus den Grundstoffen Propylenglykol und Glycerin. Beide sind gut erforscht und werden von der europäischen Chemikalienagentur ECHA als unbedenklich eingestuft. Propylenglykol findet sich auch in Cremes, Zahnpasta und Kaugummis. Glycerin ist ein Alkohol, der aus Pflanzen gewonnen wird. Er ist als E 422 als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Dieses Gemisch findet sich auch in Theater- und Disconebel, in Nikotinsprays und wurde lange in Asthma-Inhalatoren verwendet.

Der Vorteil der E-Zigarette gegenüber anderen Nikotinersatztherapien wie Pflastern oder Kaugummis ist, dass der Raucher weiterhin sein ritualisiertes Verhalten – seine Gewohnheiten – aufrechterhalten kann. Denn umso weiter die Forschung fortschreitet, umso deutlicher wird, dass Rauchen eher eine Verhaltensabhängigkeit denn eine Substanzabhängigkeit ist. Prof. Dr. Peter Hajek von der Queen Mary University London konnte in einer Studie zeigen, dass E-Zigaretten beim Rauchausstieg doppelt so erfolgreich waren wie Pflaster, Kaugummis oder Sprays.

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